20. Januar 2009

„Gute Schanzen“ in Toblach

Für das internationale Skispringen am Mittwoch (21. Januar) in Toblach gibt es keine klare Favoriten. Die Siegerin aller fünf bisher ausgetragenen Springen in Toblach - Anette Sagen - wird nicht an den Start gehen. Mit je einem zweiten Platz gelten somit Maja Vtic aus Slowenien und Lisa Demetz aus Italien als Favoriten. Am Dienstag wird in Toblach das offizielle Training gesprungen, am Mittwoch beginnt der Wettkampf um 9:30 Uhr mit dem Probedurchgang.

Lisa Demetz fühlt sich auf der Sprungschanze am Sulzenhof zu Hause: Hier hat sie das Springen auf größeren Schanzen erlernt und hier wurde sie 2006 sogar Zweite in der höchsten Wettkampfserie. Zusammen mit Maja Vtic aus Slowenien (Zweite im letzten Winter und Siegerin in Vancouver vor einem Monat), ist Demetz in diesem Jahr Favoritin in für das einzige internationale Springen der Damen in Italien. Seriensiegerin Anette Sagen absolviert die Trainer-Ausbildung in Norwegen und muss darum auf den F.I.S. Continental Cup in Toblach verzichten.

Die erfolgreichste Nation auf der größten Sprungschanze Südtirols ist Norwegen mit fünf Siegen (Anette Sagen). Insgesamt kamen in den fünf bisher ausgetragenen Wettkämpfen Springerinnen aus 8 Nationen auf dem Podest. Deutschland sammelte zwei zweite Plätze und die Vereinigten Staaten insgesamt drei Podestplätze (1 zweiten und 2 dritte Ränge). Für Slowenien und Italien schaute in Toblach je ein zweiter Rang heraus. Überraschend stark war vor zwei Jahren Bigna Windmüller, die der Schweiz die erste Podest-Platzierung schenkte. Die Springerinnen aus Österreich belegte bereits zwei mal den dritten Rang.

Die Südtiroler Hoffnungen stehen auch auf Evelyn Insam. Die erst 15-jährige aus Wolkenstein ließ am Sonntag mit dem fünften Rang in Baiersbronn aufhorchen und feierte ihr bestes internationales Ergebnis. In steigender Form ist auch Barbara Stuffer aus St. Christia und Roberta D’Agostina aus Tarvis, die es in Baiersbronn ebenfalls in die Punkteränge schafften. Nationaltrainer Fabian Ebenhoch hat für den einzigen internationalen Wettkampf in Italien insgesamt sechs Springerinnen nominiert. Dabei sind auch Simona Senoner und Nadine Kostner aus St. Christina. In Toblach ist eine Auswahl aus 10 Nationen angereist.

Start in Toblach vorverlegt

Der Start zum internationalen Skispringern der Frauen am Mittwoch in Toblach wurde auf 9:30 Uhr vorverlegt. Aufgrund des vorhergesehenen Schneefalls ist der Probedurchgang vorläufig gestrichen worden. Die Wettkampf-Jury wird am Mittwoch die endgültige Entscheidung aufgrund der Wetterlage treffen. Die Tagesbestweite im Training am Dienstag stellten Line Jahr und Barbara Klinec ex aequo mit 67,5 m.

Wegen des Schneeregens musste bereits am Dienstag beim offiziellen Training die Sprungschanze in Toblach mehrmals ausgefegt werden. Der zweite Trainingsdurchgang musste dann unterbrochen werden da sich in der vereisten Anlaufspur zu viel Wasser gesammelt hatte.

Den weitesten Sprung zeigten am Dienstag Line Jahr aus Vikersund und Barbara Klinc aus Slowenien. Die 25-jähringe Norwegerin wird aber als Favoritin für den FIS Continental Cup in Toblach gewertet, da sie bereits zwei Siege (Lillehammer 2008 und Bischofshofen 2005) zu verbuchen hat. Die Schweizerin Bigna Windmüler (Zweite 2007) und Ramona Straub aus Deutschland flogen beim Training 65,5 m.

„Toblach ist für uns wie ein Heimspiel. Die Schanze ist nicht so groß, dafür springt man trotzdem weit“, so Lisa Demetz und Evelyn Insam. „Es ist immer ein aufregender Wettkampf, weil viele gleich weit springen“. Die beiden Südtirolerinnen sind im Training 64 m gesprungen und haben bestätigt, dass sie ganz vorne mithalten können.

An der Anlaufspur der Sprungschanze in Toblach werden noch am Dienstag Rillen ins Eis gesägt, damit das Wasser besser wegrinnen kann.

Am Mittwoch werden die besten Athletinnen aus 10 Nationen voraussichtlich ab 9:30 Uhr um den F.I.S Continental Cup vom Bakken springen. Nur wenn es nicht schneit, wird zuerst ein Probedurchgang gesprungen. Es ist dies bereits das sechste Springen in Toblach und der einzige weltweite Wettkampf in Italien. Wer morgen gut springt, hat die besten Chancen, sich für die Weltmeisterschaften in einem Monat - in Liberec - zu qualifizieren.

Gutes Wochenende für Norwegerinnen in Baiersbronn

Für Anette Sagen und Line Jahr lief es nach schwachem Saisonstart zuletzt wieder besser. Beim COC-Wettbewerb am vergangenen Sonntag in Baiersbronn landeten beiden auf dem Podest, hinter der Siegerin Lindsey Van (USA) auf den Plätzen zwei und drei.

„Ich bin mit den Ergebnissen vom Wochenende sehr zufrieden. Meine Sprünge sind immer noch ein bisschen ein Auf und Ab, aber ich bin sehr zufrieden. Es waren auch schwierige Verhältnisse, also waren es ganz gute Sprünge“, sagte Anette Sagen auf den Internet-Seiten des Norwegischen Skiverbandes.

Sagen lag nach Sprüngen auf 87 und 84,5 m nur drei Punkte hinter der Führenden der Gesamt-Wertung des Continentalcups der Skispringerinnen. Line Jahr lag auf dem dritten Platz nach Sprüngen auf 84 und 85,5 m 5,5 Punkte hinter der Siegerin aus den USA.

„Das waren heute viel bessere Sprünge, und endlich eine gute Teamleistung. Es war gut zu sehen, dass wir wieder oben dabei sind, und dass das letzte Wochenenden nur ein Arbeitsunfall war. Jetzt gilt es, knallhart weiter in Richtung Liberec zu arbeiten“, sagte Frauen-Cheftrainer Frode Håre auf den Internet-Seiten des Norwegischen Skiverbandes.