24. Februar 2008

Team-Bronze für Norwegen bei der Skiflug-WM

Hinter dem neuen Weltmeister Österreich und den Finnen belegte das norwegische Team bei der Skiflug-WM in Oberstdorf den dritten Platz und die Bronze-Medaille. Bei den bisherigen zwei Team-Wettbewerben bei Skiflug-Weltmeisterschaften in den Jahren 2004 und 2006 hatte Norwegen jeweils Gold gewonnen. Auch diesmal war Norwegen als Mitfavorit ins Rennen gegangen, hatte man doch erst vor einer Woche den Team-Wettbewerb beim Weltcup in Willingen trotz eines Sturzes souverän gewonnen.

Aber in diesem Jahr blieb für Bjørn Einar Romøren, Anders Bardal, Tom Hilde und Anders Jacobsen nur die Bronze-Medaille. So fühlte sich der dritte Platz fast wie eine Niederlage an. Besonders enttäuscht war Anders Bardal, der an diesem Tag der schlechteste der norwegischen Skispringer war. Im Probedurchgang war er noch über 200 m gesprungen, aber im Wettkampf reichte es „nur“ zu 177 und 183,5 m. „Ich habe meinen Job heute nicht gemacht. Aber wir haben als gesamtes Team wohl heute nicht unsere Leistung gebracht“, sagte Anders Bardal der norwegischen Tageszeitung VG.

Seine Teamkollegen waren aber nicht der Meinung, dass Bardal der Sündenbock ist. „Er muss wohl die Augen öffnen und sehen, dass wir anderen auch schlecht gesprungen sind, mit Ausnahme von Toms zweitem Sprung. Heute hat keiner seinen Job richtig gemacht, und dann reicht es nicht“, sagte Bjørn Einar Romøren zu VG.

„Wir haben am Freitag etwas verloren. Alles ist zu ernst und wichtig geworden. Der Fokus auf die WM war vielleicht etwas zu hoch. Der Druck kann für die Jungen zu hoch gewesen sein“, sagte Coach Mika Kojonkoski der Nachrichten-Agentur ANB.

„Wir müssen etwas lockerer sein. Freitag und Samstag war vieles zu ernst. Dann wird die Spannung im Körper größer und man ist schnell einen halben Meter zu spät an der Absprungkante“, sagte Anders Jacobsen zu ANB.

Für Jacobsen war die zweite WM-Medaille seiner Karriere, nachdem er im letzten Jahr bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo mit dem norwegischen Team Silber gewonnen hatte. „Ein bisschen schwer diese Meisterschaft aufzusummieren. Platzierungsmäßig ist Bronze nicht so schlecht, an einem schlechten Tag. Aber, dass wir es nicht ganz geschafft haben, damit sind wir nicht zufrieden“, sagte Jacobsen der Nachrichten-Agentur NTB.

Skiflug-WM Oberstdorf/GER, 24.2.2008:

Gold: Österreich 1553,3 
Martin Koch 210,9 (214,5 m) - 206,6 (210,5 m),
Thomas Morgenstern 184,9 (192 m) - 181,6 (190,5 m),
Andreas Kofler 169,2 (181 m) - 190,4 (197 m),
Gregor Schlierenzauer 200,3 (206,5 m) - 209,4 (217 m),

Silber: Finnland 1477,0 
Janne Happonen 200,6 (205,5 m) - 195,8 (201,5 m),
Harri Olli 160,2 (176 m) - 188,2 (196 m),
Matti Hautamäki 164,5 (177,5 m) - 195,3 (201,5 m),
Janne Ahonen 187,1 (195,5 m) - 185,3 (194 m),

Bronze: Norwegen 1453,2
Bjørn Einar Romøren 191,7 (198,5 m)-188,7 (196 m),
Anders Bardal 163,4 (177 m)-172,2 (183,5 m),
Tom Hilde 171,8 (184 m)-202,2 (206 m),
Anders Jacobsen 189,8 (196,5 m)-173,4 (184,5 m),

4) Deutschland 1361,7
Georg Späth 154,2 (171 m) - 160,6 (175,5 m),
Michael Uhrmann 161,6 (178 m) - 187,5 (195 m),
Martin Schmitt 170,7 (183,5 m) - 197,6 (203 m),
Michael Neumayer 158,6 (175,5 m) - 170,9 (184,5 m),

5) Russland 1308,1
Dimitri Vassiliev 146,6 (165,5 m) - 165,4 (179,5 m),
Ilja Roslijakov 161,3 (176,5 m) - 161,6 (175,5 m),
Pavel Karelin 168,0 (182,5 m) - 189,0 (197,5 m),
Denis Kornilov 150,8 (169 m) - 165,4 (179,5 m),

6) Tschechien 1298,9
Antonin Hajek 179,4 (189,5 m) - 168,0 (180 m),
Roman Koudelka 179,4 (189,5 m) - 176,4 (187 m),
Jan Matura 156,7 (173,5 m) - 169,9 (182 m),
Borek Sedlak 112,5 (155 m) - 156,6 (173 m),

7) Japan 1241,2
Daiki Ito 168,9 (182 m) - 159,9 (174,5 m),
Noriaki Kasai 150,7 (168,5 m) - 127,1 (150,5 m),
Taku Takeuchi 150,3 (169 m) - 166,5 (180 m),
Shohhei Tochimoto 149,5 (167,5 m) - 168,3 (181,5 m),

8) Frankreich 1196,2
Vincent Descombes 153,6 (170,5 m) - 140,5 (160 m),
David Lazzaroni 180,1 (190,5 m) - 140,4 (164,5 m),
Pierre Robe 103,2 (131 m) - 135,7 (156 m),
Emmanuel Chedal 166,8 (181,5 m) - 175,9 (187 m).

9) Schweiz 602,9
Simon Ammann 176,1 (188 m),
Andreas Küttel 150,5 (167,5 m),
Antoine Guignard 119,1 (143 m),
Guido Landert 157,2 (173,5 m),

10) Polen 573,8
Kamil Stoch 148,9 (167 m),
Piotr Zyla 150,1 (168 m),
Stefan Hula 84,0 (120 m),
Adam Malysz 190,8 (199 m),

11) Schweden 527,9
Carl Nordin 132,5 (155 m),
Isak Grimholm 130,8 (154 m),
Johan Erikson 114,6 (143 m),
Andreas Aren 150,0 (167,5 m),

12) Slowenien 509,3
Robert Kranjec 39,0 (85 m),
Jurij Tepes 140,1 (160,5 m),
Primoz Peterka 155,3 (171,5 m),
Jernej Damjan 174,9 (189,5 m),

13) Kasachstan 508,5
Asan Tachtakhunov 121,2 (146 m),
Alexej Korolev 102,0 (132,5 m),
Radik Zhaparov 148,8 (166,5 m),
Nikolaj Karpenko 136,5 (157,5 m).