23. Februar 2008

Romøren 4. bei der Skiflug-WM in Oberstdorf

Bjørn Einar Romøren landete bei der Skiflug-WM in Oberstdorf auf dem undankbaren vierten Platz, nachdem er nach dem ersten Tag sogar geführt hatte und vor dem letzten Durchgang noch auf dem Bronze-Rang gelegen hatte. „Ich wusste das schon, als ich oben auf dem Absprungbalken saß“, sagte Bjørn Einar Romøren der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. Er erklärte seinen Absturz von Platz 1 damit, dass er im Anlauf nicht mehr die richtige Position gefunden hatte. Bereits im Probedurchgang war er nur auf 174,5 m gesprungen, im Wettkampf folgten zwei Flüge auf 198,5 und 196,5 m.

„Das war nicht mein Fehler, dass ich nach den Sprüngen vom Freitag in Führung lag. Als ich den Absprungbalken verlassen habe und mich in die Anfahrtshocke beim ersten Sprung begeben habe, habe ich gewusst, dass ich nicht gewinnen werde. Ich habe es nicht geschafft, die Anfahrtsposition zu finden. Ich fühle nicht, dass ich alles unter Kontrolle habe. Damit habe ich schon die ganze Saison Probleme“, sagte Romøren dem Magazin Nettavisen.

Mika Kojonkoski war mit seinem Schützling sehr unzufrieden, weil er mit ihm seit einem halben Jahr an seiner Anfahrtshocke gearbeitet hatte. „Er war zu passiv, und dann hat man keine Energie, um ins Fliegen zu kommen. Ich bin darüber überrascht, dass das wieder passiert ist, weil wir so lange daran gearbeitet haben. Vor dem Finaldurchgang habe ich versucht, ihn zu pushen. Das hatte vorher gewirkt, aber diesmal hat es nichts geholfen“, sagte Mika Kojonkoski der norwegischen Tageszeitung VG.

Jüngster Skiflug-Weltmeister aller Zeiten wurde der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der am zweiten Tag auf 208,5 und 211,5 m flog. Er gewann vor seinem Landsmann Martin Koch, der vor dem letzten Sprung in Führung gelegen hatte, und dem Finnen Janne Ahonen, der Romøren noch die Bronze-Medaille wegschnappte.

Anders Jacobsen wurde 10, Tom Hilde 11. und Anders Bardal 18. Titelverteidiger Roar Ljøkelsøy schied als 32. bereits nach dem ersten Durchgang aus.

„Ich nehme für mich mit, dass ich besser als gestern springe, aber das ist nicht gut genug, wenn man ganz oben in der Spitze dabei sein möchte. Aber man kann ja nicht jedes Mal gewinnen“, sagte Anders Jacobsen der Lokalzeitung Ringerikes Blad. Mit Flügen auf 203 und 201,5 m am zweiten Tag war er im dritten Durchgang der Fünftbeste und im letzten Durchgang der Siebtbeste.

Er fühlte mit seinem Teamkollegen Romøren. „Das war schade für Bjørn Einar, aber morgen gibt es eine neue Chance. Wir müssen das positiv sehen. Wir haben absolut eine Chance. Vor gerade einmal sieben Tagen haben wir trotz eines Sturzes den Team-Wettbewerb in Willingen gewonnen“, sagte Anders Jacobsen weiter.

Nicht zufrieden mit seiner Leistung war Anders Bardal. „Ich bin damit zufrieden, dass ich mich in der Ergebnisliste immer weiter nach oben gesprungen habe, aber ich nicht mit meinen Sprüngen zufrieden“, sagte Anders Bardal der Lokalzeitung Trønder-Avisa.

Nach dem ersten Tag hatte er nur auf dem 23. Platz gelegen. Mit Flügen auf 193,5 und 192 m konnte er sich am zweiten Tag immerhin noch auf Platz 18 steigern. Der erste Sprung auf nur 178,5 m verhinderte wohl eine bessere Platzierung. „Heute hat es beim Absprung besser gestimmt, aber ich bin zehn Meter zu kurz gesprungen. Hoffentlich komme ich beim Team-Wettbewerb am Sonntag über 200 Meter“, sagte Anders Bardal weiter zu Trønder-Avisa.

Skiflug-WM Oberstdorf/GER, 22./23.1.2008:

Gold: Gregor Schlierenzauer, AUT 835,4 (212-217,5-208,5-211,5),
Silber: Martin Koch, AUT 824,7 (215,5-221-213-201,5),
Bronze: Janne Ahonen, FIN 811,9 (210,5-206,5-209-208,5),
4) Bjørn Einar Romøren, NOR 804,6 (214,5-213,5-198,5-196,5),
5) Janne Happonen, FIN 801,7 (202,5-210,5-201-207),
6) Harri Olli, FIN 787,4 (200,5-204,5-200,5-206,5),
7) Thomas Morgenstern, AUT 784,3 (205-213,5-194,5-193,5),
8) Simon Ammann, SUI 782,8 (208,5-195,5-205,5-199,5),
9) Adam Malysz, POL 778,0 (207,5-211,5-192,5-196),
10) Anders Jacobsen, NOR 775,3 (194,5-202,5-203-201,5),
11) Tom Hilde, NOR 773,5 (203-200-197-200),
12) Jernej Damjan, SLO 772,7 (198-199,5-201,5-199,5),
13) Andreas Küttel, SUI 768,6 (199,5-211,5-189-195,5),
14) Matti Hautamäki, FIN 754,6 (189,5-197,5-193,5-202,5),
15) Martin Schmitt, GER 747,6 (201-200-192,5-187),
16) Andreas Kofler, AUT 745,4 (198-197,5-195,5-186),
17) Robert Kranjec, SLO 740,1 (194,5-201-189-191),
18) Anders Bardal, NOR 717,7 (178,5-194-193,5-192,5),
19) Michael Uhrmann, GER 709,0 (183-195,5-190-184),
20) Antonin Hajek, CZE 704,4 (178-198,5-188,5-184,5),
21) Michael Neumayer, GER 698,6 (188,5-189-179-196,5),
22) Pavel Karelin, RUS 694,7 (204,5-198,5-183-177,5),
23) Guido Landert, SUI 685,1 (187-190,5-181-179,5),
24) Emmanuel Chedal, FRA 670,9 (186,5-182,5-179,5-178,5),
25) Shohhei Tochimoto, JPN 669,2 (183,5-174,5-185-180,5),
26) Denis Kornilov, RUS 666,1 (185-180,5-175,5-179,5),
27) Daiki Ito, JPN 650,3 (187-180,5-176-168),
28) Primoz Peterka, SLO 649,2 (179,5-176-169,5-183,5),
29) David Lazzaroni, FRA 648,0 (188,5-170-184,5-169,5),
30) Georg Späth, GER 643,6 (178,5-177,5-173-174),
32) Roar Ljøkelsøy, NOR 161,2 (176).